Kategorie: Allgemein

Gut Ding will Weile haben – Lesen will gelernt sein

Mann, wie oft hab ich mir in den letzten Monaten gedacht „du musst bei Gelegenheit mal deinen Blog weiterschreiben“. Tja, wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Der letzte Post ist schon über ein Jahr her.

Aber jetzt! Heute nehm ich mir die Zeit!
Ein Einleitungssatz: Meine Wahl das Studium an den (wirklich im Wohnzimmer vorhandenen) Nagel zu hängen war goldrichtig.

Und los gehts. Heute hab ich folgende E-Mail bekommen:

Hallo Herr itdandler,

laut IT wurde meine Berechtigung für schnarchsystem aktiviert. Allerdings habe ich immer noch keine Möglichkeit einen schnarchsystem -Auftrag zu schreiben.

schnarchsystem

Da laut IT Sie und der Herr Kollege für die Freischaltung verantwortlich sind, wollte ich Sie fragen ob Sie mir weiterhelfen könnten?

Beste Grüße
User

Finde den Fehler. Hinweis: Die E-Mail dispo.sondertransport hat mit meiner Firma überhaupt nichts zu tun.

Das sind Momente in denen ich überlege, ob ich vll. einfach zu blöd bin um zu kapieren, was jetzt hier meine Aufgabe wäre. Wenn mir jemand erklären kann, warum diese E-Mail an mich geht, bin ich sehr dankbar. Ich habe für mich keine vernünftige Erklärung finden können.

Ich habe übrigens geantwortet:

wie im Ticket XYZ geschrieben, wurde die Rolle auf unserer Seite aktiviert und ist auch noch aktiv.

Der Fehlermeldung nach, sollten Sie sich an „dispo.sondertransport@…“ wenden und ggf. Ihren Ansprechpartner kontaktieren, ob auch auf deren Seite alle Berechtigungen vergeben wurden.

Mehr als den Haken bei der Rolle setzen ist von unserer Seite aus nicht möglich.

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In eigener Sache: Neuer Job, neues Glück

Wer mich kennt weiß: Ich hatte nicht unbedingt sehr viel Spaß in und am Studium. Außerdem war ich immer jemand, der gerne mal erwähnt hat, man solle doch Dinge die einen belasten einfach sein lassen, wenn sie nicht lebensnotwendig sind.

Warum also ein Studium auf Biegen und Brechen durchziehen, wenn man auch wieder arbeiten könnte. Ich hab also Bewerbungen geschrieben, inzwischen auch eine Zusage und gestern unterschrieben.

Logische Konsequenz: Kein Studienabschluss, aber dafür ein Job als Sysadmin in einem mittelständischen Unternehmen.

Wird sich im Blog etwas ändern? Grundsätzlich nicht. Wenn was lustiges passiert, werd ichs weiterhin anonymisiert hier erzählen. Ich hoffe mal, der Jux kennt auch dort nur wenig Grenzen. Na denn: Glück auf!

Coupons! Coupons everywhere!

Wohl jeder kennt den alten Witz von diesem Bild:

Buahahaha. Naja ok, vll. etwas überzogen. Saulustig.
Aber mal im Ernst: Toolbars sind etwas veraltet, so schlimm sind die heutzutage nicht mehr. Es gibt sie noch, aber nicht so extrem. Dafür sind die Browserhijacker wohl noch schwer in Mode.

Wenn ich eine Kiste kriege mit der Fehlerbeschreibung „Langsam und viel Scheissdreck drauf“, dann wird als erstes über msconfig alles aus dem Systemstart geworfen und genauso alle nicht-Microsoft Dienste abgedreht, das hilft schon mal der Langsamkeit entgegen. Direkt danach gehts ans Programme deinstallieren. Heute hatte ich nen neuen Rekord. Die Programme-Seite sah so aus:

fhaslf

Wer kennt ihn nicht, den Softwarehersteller „“. So tolle Dateinamen wie „SSaulEsChEcckkER“ wirken auch totaaaal vertrauenswürdig. Super! Echt bombe!

Womit kann man Menschen am besten ködern? Genau, mit Geld! Oder genauer: Mit Geld sparen. Coupons is das Stichwort. Coupons Mann! Isch brausch digge Coupons, isch billicher! Also dann, Coupons in den Browser:

fhaslf2

Kleiner Tipp: Es ist immer noch derselbe Computer.
Hachja. Was für eine Freude. Aber immerhin kann man sich als Admin mal so richtig austoben! Raus mit allen Removal-Tools die so rumlungern.

Übrigens: Der Virenschutz ist deaktiviert und ich kann ihn weder reparieren noch deinstallieren, geschweige denn neu installieren. Bei so einer Rumpel bleibt nur eins: Daten sichern und neu installieren, das Ding ist völlig hinüber! Was würde man auch lieber machen an einem Tag mit blauem Himmel, 28° und leichter Brise 🙂

Bürokratie für Anfänger

Diesmal gehts weniger um IT als um Büroarbeit und Bürokratie.

Für eine Bewerbung ist eine Ausbilderbefähigung sicherlich nicht schlecht –  wer hat nicht gern jemanden im Betrieb, der ausbilden darf? Also hab ich mich informiert und festgestellt, dass man dafür bei der entsprechenden Institution folgendes nachweisen muss: „Wer ausbilden will, muss neben der persönlichen und fachlichen Eignung auch über pädagogische, rechtliche, organisatorische, psychologische und methodische Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen.“

Ok. Das kann man einmal über die AdA Prüfung und aber auch durch andere Nachweise, wie  §6 (4) der Ausbilder-Eignungsverordnung festlegt: „Die zuständige Stelle kann von der Vorlage des Nachweises über den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen  Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten auf Antrag befreien, wenn das Vorliegen berufs- und arbeitspädagogischer Eignung auf andere Weise glaubhaft gemacht wird und die ordnungsgemäße Ausbildung sichergestellt ist.“

Ich habe mein Staatsexamen in Erziehungswissenschaften bestanden, 12 ECTS Fachdidaktik Informatik und 36 ECTS Pädagogik/Psychologie im Studium erarbeitet, eine abgeschlossene Berufsausbildung und 84 ECTS in fachwissenschaftlichen Veranstaltung der Informatik an einer Universität.

Noch bin ich zwar kein ausgebildeter Lehrer (es fehlen noch 2 Veranstaltungen + Staatsexamen), aber ich bin nah dran.

Meine erste Nachfrage wurde so beantwortet:

„eine pauschale Befreiung vom Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung nach der Ausbildereignungsverordnung kann für Gymnasiallehrer nicht ausgesprochen werden. Gerne können Sie mich kontaktieren, um einen persönlichen Beratungstermin zu vereinbaren, da auch Ihre aktuelle berufliche Situation miteinbezogen werden muss.“

Ok, das versteh ich. Pauschal wäre das vll. auch etwas übertrieben, vor allem da ich ja noch nicht fertig bin.

7.7.
Da diese Anfrage schon einige Monate her ist (noch vor meinem EWS Examen), hab ich nochmals an die info@ihk.de geschrieben. Es kam nach einer Woche (14.7.):

„der Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten wird durch das Bestehen der Ausbildereignungsprüfung erbracht. Informationen zu dieser Prüfung erhalten Sie von […]“

Ahja. Na schönen Dank, das wusste ich schon. Ich will mich doch davon befreien lassen, wie in meiner E-Mail klar und deutlich steht!
Da nach einer weiteren Woche noch keine Antwort der Person da war, auf die ich verwiesen worden bin, hab ich mich wieder an meinen vorhandenen Kontakt gewandt (ich hatte die E-Mail wiedergefunden).

21.7.
Diese teilte mir dann mit:

„Die „Anrechnung“ Ihres Staatsexamens als Ausbildereignungsprüfung kann nur im Zusammenhang mit einem Ausbildungsbetrieb erfolgen. Sie müssen also bereits in einem Unternehmen tätig sein, dass in Ihrem Bereich ausbilden möchte und Sie hierfür als Ausbilder benennt.“

Okaaaay, das versteh ich nicht genau, aber in Ordnung. Das war bisher alles IHK München. Da mein Betrieb aber nicht in Oberbayern liegt, hab ich mich an die zuständige IHK gewandt. (P.s.: Hier sei erwähnt, dass ich innerhalb eines Tages mehrere E-Mails mit dieser Person hin- und hergeschrieben habe. Sind also auch gute Leute dort angestellt).

Dort kam noch am selben Tag eine Antwort mit einer Kontaktperson, die ich doch anrufen möchte. Gesagt, getan, ich hatte eine ganz vernünftige Unterhaltung in der auch die Frage aufkam, ob es denn so ein Problem sei diesen AdA-Schein bei der IHK zu machen, dass sei schließlich innerhalb des ersten Ausbildungsjahres möglich. Nach 2 Tagen war mein Anliegen überprüft (ich hatte einige Unterlagen geschickt, was ich bisher alles gelernt habe) und mir wurde mitgeteilt:

27.7.

„grundsätzlich kann ich Ihnen das o.k. geben, Sie als Ausbilder bei uns für den Beruf Fachinformatiker Systemintegration einzutragen. Dies kann allerdings nur dann realisiert werden, wenn Sie bei der Firma festangestellt werden und der Betrieb bei uns als Ausbildungsbetrieb eingetragen ist.“

Ja wie?! Schon wieder muss ich festangestellt in nem Ausbildungsbetrieb sein? Warum denn? Ich dachte es geht um meine persönliche Eignung, was hat das denn mit dem Arbeitgeber zu tun? Das hab ich dann auch die IHK-Person gefragt und auch, was dann passiert, wenn ich den Betrieb wechsle. Antwort:

„das ist jetzt differenziert zu betrachten: Ich, als Ausbildungsberater, kann Sie als verantwortlicher Ausbilder „mit Auflagen“ eintragen, wenn „auf andere Art und Weise glaubhaft gemacht wurde, dass Sie über die Fähigkeiten und Kenntnisse (…) verfügen“. Voraussetzung hierzu: Festanstellung bei einer Firma. Hierbei ist zu beachten: Wenn Sie sich bei einer anderen Firma (ggf. in einem anderen Kammerbezirk) als Ausbilder eintragen lassen möchten, entscheidet der zuständige Ausbildungsberater neu über die Befreiung. Sie könnten sich nach § 6 (Abs.4) Ausbildereignungsverordnung von der zuständigen Stelle die Befreiung schriftlich bescheinigen lassen. Dies wird in Ihrem Fall aber schwierig, da Sie zwar viele der pädagogischen Inhalte erfüllen, Ihnen aber der komplette arbeitsrechtlicheTeil fehlt. Zuständige Stelle: IHK Abteilung Weiterbildungsprüfungen“

Aha. Also grundsätzlich bin ich nicht geeignet, weil ich keine Ahnung von Arbeitsrecht habe (stimmt nicht ganz, ich hatte in meiner Ausbildung sehr wohl Arbeitsrecht, das ist schließlich Pflicht in meiner Ausbildung und wird auch in der Abschlussprüfung abgefragt), aber für diesen einen Betrieb geht’s trotzdem. Ich bin etwas verwirrt und habe sicherheitshalber nachgefragt ob ich wirklich alles richtig verstanden hab.

29.7.
Oh, übrigens: Die Kontaktperson der IHK München aus der ersten E-Mail hat geantwortet. Heute. 15 Tage nach meiner Anfrage. Inhalt:

„Ihre E-Mail haben wir erhalten. Damit wir Ihre Anfrage bearbeiten können, benötigen wir von Ihnen ein Zeugnis über Ihr abgeschlossenes Studium und die entsprechenden Lerninhalte.“

Schön, dass ihr sie nach 2 Wochen schon erhalten habt. War wohl Poststreik.

30.7.
Die Antwort auf meine Rückfrage ist da. Bevor ich mich über den Inhalt aufrege, muss ich erstmal eine Lanze für die Kontakperson brechen. Sie antwortet sehr schnell, ausführlich und verständlich. Sie kann ja nichts für das, was sie mir sagen muss, sie macht die Vorschriften nicht. So. Jetzt nörgel ich wieder über die Papiergeilheit in Deutschland.

Es ist so:

  • Wenn ich in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb fest angestellt und als Ausbilder benannt bin, könnte ich dort ausbilden, da die Kontaktperson in ihrer Position als Ausbildungsberater mich dafür eintragen kann.
  • Wechsle ich dir Firma, muss darüber neu entschieden werden (vom zuständigen Ausbildungsberater).
  • Eine generelle schriftliche Befreiung gibt es (wahrscheinlich) nicht, da zwar fachliche und pädagogische Qualifikationen ausreichend wären, aber die arbeitsrechtlichen Kenntnisse fehlen.
  • Für den AdA-Schein müsste ich die entsprechende Prüfung bei der IHK bestehen (150€ Gebühr; Schriftlich und Mündliche Prüfung). Das kann noch innerhalb des ersten Ausbildungsjahres nachgereicht werden.

Ooookay. Also ich bin nicht generell geeignet um jemanden auszubilden, weil mir die rechtlichen Kenntnisse fehlen. Aber für eine bestimmte Firma, könnte ich schon eingetragen werden. Da kann ich den Azubi also auch ohne rechtlichen Kram ausbilden. Faszinierend.
Der Oberhammer ist aber die Geschichte mit dem nachreichen. Ich darf den AdA-Schein nach einem Jahr (also in der Regel 1/3 der Ausbildungszeit) nachreichen? Folglich ist es völlig legitim, einen Azubi im ersten Lehrjahr ohne irgendeinen Plan und wie ich will zu verhunzen, solange ich ab dem 2. Lehrjahr weiß, wie es richtig gewesen wäre.
Da drängt sich der Verdacht auf, dass die Sicherstellung der Eignung von Ausbildern nicht sooo wichtig sei, wie der Nachweis in Form der Prüfung (wohlgemerkt bei 150€ Gebühr pro Person). Aber das wäre eine Unterstellung die zu dreist wäre, Prüfung kostet schließlich auch ehreblich Geld (Räume, Prüfer, Korrektoren, Verwaltungsaufwand etc.), es mag sich aber jeder selbst ein Bild machen, in wie weit diese Regelungen sinnvoll sind.

Naja, die Geschichte geht evtl. ja noch weiter, ich habe meine Prüfungszeugnisse und Notennachweise meiner Unikurse an die Stelle geschickt, die mir theoretisch eine allgemeine Befreiung ausstellen könnte, geschickt. Eventuell funktioniert das ja doch. Man darf gespannt bleiben.

Natürlich gehts noch weiter. Ich hab die Mail vom 29.7. natürlich sofort beantwortet und meine Zeugnisse geschickt, auch das von meinem Staatsexamen in EWS was mein Studium in Erziehungswissenschaften abschließt.

4.8.

„Ihre E-Mail vom 30.07.2015 haben wir erhalten.

Sie können nach § 6 Ausbilder-Eignungsverordnung

einen Antrag auf Befreiung stellen, wenn Sie eine sonstige stattliche,
staatlich anerkannte oder von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft
abgenommen Prüfung bestanden haben.

Sie können erst den Antrag stellen, wenn Sie Ihr Studium abgeschlossen
haben.“

Inzwischen habe ich keine Lust mehr noch freundlich zu bleiben, wenn ich jedesmal nach ewiger Wartezeit solche Antworten bekommen. Entsprechend war meine Antwort:

„das Studium in Erziehungswissenschaften ist bereits abgeschlossen. „

Den Satz „mein Englisch Studium ist ja wohl unerheblich für diese Angelegenheit und meine fachliche Qualifikation sollte durch die abgeschlossene Ausbildung auch reichen“ hab ich mir gespart. Kommt vielleicht noch.

To be continued…

14.8.
Und weiter gehts! Puh, ein Glück. Ich dachte schon die werden jetzt schneller. Aber nein, sie haben die 5-Tage Antwort (statt wie sonst 7 oder 8) mit einer 10-Tage Antwort locker wieder korrigiert, also alles wieder im typischen 1-Wochen Rhytmus. Die Antwort diesmal:

[Die Person] ist bis einschließlich 3. September in Urlaub und wird Ihr
Anliegen nach Ihrer Rückkehr so schnell wie möglich bearbeiten.

Ich bin vor verzweifeltem Lachen fast vom Stuhl gefallen. Bei diesem Zweizeiler sei noch kurz auf zwei Rechtschreibfehler hingewiesen: „in Urlaub“ und nach „Ihrer Rückkehr“. Ich bin doch gar nicht weg und wege mir darf sie das auch beantworten, wenn ich nicht da bin…

Die Geschichte wird ja zum Fortsetzungsroman. Naja dann schaun wir mal. 3. September + die übliche Woche wäre der 10. Man darf gespannt bleiben, die Konversation mit der IHK München erstreckt sich aktuell über exakt 4 E-Mails von deren Seite (davon einmal die Urlaubsvertretung), wofür sie vom 7.7. bis 14.8. gebraucht haben. Beeindruckend.

 

15.10.
Nur aus Jux: Es ist _wirklich_ der 15. Oktober und natürlich, wie könnte es auch anders sein, hab ich von der IHK überhaupt nichts mehr gehört. Ist mir jetzt auch zu blöd, so kann man lästige Anfragen auch los werden.